Eine Stadt wahrzunehmen heißt, sich in ihrer räumlichen Ausdehnung zu bewegen. Es gibt keine Ecke, von der aus sich das Wesen der Stadt in der richtigen Perspektive zeigen lässt; vielmehr bietet die Stadt eine unendliche Vielzahl von Blickwinkeln. Inmitten der Stadt und ihren Räumen bin ich Teil der Geschehnisse, bleibe aber zugleich ein Fremdkörper, der versucht, sich zu orientieren. Ich bewege mich in einem dichten Gewebe von Formen, Zeichen und Botschaften. Ich nehme Strukturen und Ereignisse der Stadt auf, deren Funktionen und Inhalte ich nur zum Teil begreifen kann. Es ist die Bewegung in einem Spannungsfeld zwischen Bekanntem, d.h. Lesbarem, und der schwer einzuordnenden Erlebnisse des Unbekannten. Aus Fragmenten und Blicken schaffe ich in meiner Arbeit ein synthetisches Bild der Stadt, das in seiner Zusammensetzung ortsspezifisch ist. Die zentralperspektivische Ordnung der Fotografie ist so aufgelöst und die privilegierte, statische Position des Betrachters gegen eine fragmentierte Beteiligung eingelöst.

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